16.03.2011

Bürger fühlen sich bei Schießanlage hintergangen

BürgerInnen des Burgen­land­kreises in der Region von Zeitz protestieren einem Bericht der Mittel­deutschen Zeitung auf mz-web.de zufolge gegen die von der Bundes­wehr geplante Standort­schieß­anlage im Zeitzer Forst. Auf mz-web.de werden die Konditionen des Betriebs der Anlage genannt: Auf sieben Schieß­ständen mit 26 Bahnen dürften demnach 28.800 Schuss am Tag (maximal 3.600 pro Stunde) und 9.600 Schuss in der Nacht abgegeben werden. Geschossen werden solle von Montag bis Donnerstag 6 bis 22 Uhr, zudem an bis zu sechs Sonn­abenden im Jahr und nachts je nach Jahres­zeit an drei Tagen der Woche von 22 bis 2 Uhr oder 18 bis 22 Uhr.

Bei einer Info­veranstaltung im Gemeinde­zentrum Droßdorf, an der 200 BürgerInnen teil­nehmen, wird ein Verzicht auf die Anlage gefordert. Bürger erklären u.a., dass sie schon jetzt durch die Tätigkeit der Bundes­wehr am Schlafen gehindert würden und dass sie Angaben der Bundes­wehr über Messungen "zum Schutz vor schädlichen Umwelt­einwirkungen durch Geräusche, Er­schütterungen und ähnliche Vorgänge" keinen Glauben schenkten. Ein Bürger äußert: "Kriegs­plätze und Kinder­spiel­platz passen nicht zusammen" und spielt damit auf einen nahe­gelegenen Abenteuer­spiel­platz an.

Behörden­vertreter erklären, dass der Betrieb der Anlage vom Bestand der Bundes­wehr­standorte Gera und Weißenfels abhänge und beziehen sich auf Ver­ordnungen zum Bundes­immissions­schutz­gesetz. Danach sei keine Öffentlich­keits­beteiligung vor­gesehen. Laut "Schall­immissions­prognose" seien die am Tag prognostizierten Geräusch­pegel unbedenklich, die nächtlichen hingegen "grenz­wertig".

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Kategorie:  Auftrag und Struktur
Stichwörter:  Protest, Schusswaffe, Umwelt, Zahlen, Zivilpersonen
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