10.02.2012
Bundeswehr rechtfertigt eigene Kindersoldaten als Ausnahmen
Anlässlich des bevorstehenden weltweiten Aktionstages gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten am 12. Februar 2012 fordert das "Deutsche Bündnis Kindersoldaten", die Altersgrenze für die Rekrutierung von Soldaten in die Bundeswehr auf 18 Jahre hochsetzen. Der Zusammenschluss von elf Kinderrechtsorganisationen verweist in einer Erklärung zum "Red Hand Day" darauf, dass die Bundesregierung auch wiederholt von den Vereinten Nationen dazu aufgefordert wurde.
Zum zehnten Jahrestag des Inkrafttretens des Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention erklärt der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dass seine Fraktion die "Straight 18"-Position vertrete, "nach der Minderjährige nicht in militärische Strukturen eingebunden werden dürfen und sei es auch nur zu Ausbildungszwecken." Seine Fraktion "fordert die Bundesregierung auf, die Altersgrenze zur Rekrutierung zum Wehrdienst auf 18 Jahre anzuheben und damit einer der Empfehlungen des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes zu folgen."
In jeweils eigenen Anträgen fordern die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung auf, "als Mindestalter für eine vertragliche Verpflichtung zum Dienst bei der Bundeswehr die Vollendung des 18. Lebensjahres festzulegen" bzw. "auf die Rekrutierung Minderjähriger für den Dienst bei der Bundeswehr zu verzichten und dies auch gesetzlich zu verankern."
Die Bundeswehr veröffentlicht am 10. Februar einen Onlinebeitrag, in dem es heißt: "Die Praxis der Bundeswehr ist im Einklang mit dem Protokoll. Der Dienst in den Streitkräften ist grundsätzlich erst mit 18 Jahren möglich. Mit Einverständnis der Eltern können in Ausnahmefällen Männer und Frauen bereits mit 17 Jahren freiwillig Dienst bei der Bundeswehr leisten. Dabei ist der Gebrauch der Waffe auf die Ausbildung beschränkt." Den Umfang der Ausnahmen gibt sie mit 287 minderjährigen Soldaten an, die gegenwärtig in der Bundeswehr im Dienst stehen.
- bundeswehr.de: Stichwort: Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, Version vom 10.02.2012, abgerufen am 10.02.2012 unter http://www.bundeswehr.de, dort Streitkräfte.
- Militärische Verwendung von Minderjährigen beenden – Ehemalige Kindersoldatinnen und Kindersoldaten unterstützen, Antrag der Fraktion Die Linke vom 25.01.2012, Bundestag, Drucksache 17/8491.
- Keine Rekrutierung Minderjähriger in die Bundeswehr, Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 22.11.2011, Bundestag, Drucksache 17/7772.
- Nein zu minderjährigen Soldaten, Pressemitteilung des menschenrechtspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion Christoph Strässer vom 10.02.2012, abgerufen am 10.02.2012 unter http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,60153,00.html
- Stärkerer Druck auf Regierungen und Kriegsherrn nötig, Pressemitteilung des Bündnisses gegen Kindersoldaten vom 08.02.2012, abgerufen am 10.02.2012 unter http://www.tdh.de/presse/pressemitteilungen/detaildarstellung/artikel/staerkerer-druck-auf-regierungen-und-kriegsherrn-noetig.html
| Kategorie: | Auftrag und Struktur |
|---|---|
| Stichwörter: | Ausbildung, Bundestag, Parteien, Rekrutierung, Schusswaffe, UN |
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