08.03.2012
Trotz Steuerpflicht hätten Militärdienstleistende mehr Geld
Die Medien berichten über einen Sturm der Entrüstung und einen Aufstand gegen die Planung des Finanzministeriums, die Steuerpflicht für Bezüge von militärischen Kurzdienern und Teilnehmern des Bundesfreiwilligendienstes ab dem Jahr 2013 einzuführen. Die Süddeutsche Zeitung online hingegen weist am 8. März 2012 auf eine weitere geplante, aber bislang übersehene Neuregelung, die vielen Soldaten sogar mehr Geld einbringen würde.
Das Finanzministerium wolle die ersten sechs Monate freiwilligen Wehrdienstes als Ausbildungszeit anerkennen. Dies führe zu Zahlung von Kindergeld an die Eltern des Soldaten oder auch an diesen selbst in Gesamthöhe von 1.100 bis 1.300 Euro. Die Steuerpflicht hingegen würde für viele Dienstleistende "nur geringe finanzielle Auswirkungen" haben, "weil ihr Jahressalär den steuerlichen Grundfreibetrag von gut 8.000 Euro kaum übersteigt." Freiwillig Wehrdienstleistende erhalten ab dem siebenten Dienstmonat rund 1.000 Euro, die Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes erhalten lediglich bis zu 336 Euro monatlich. Deshalb dürfte durch die Zahlung von Kindergeld in fast allen Fällen eine mögliche Steuerzahlung ausgeglichen werden, folgert die Süddeutsche.
Nach übereinstimmenden Medienberichten hat am Vortag der Staatssekretär im Familienministerium gesagt, dass mehr als 90 Prozent der Freiwilligen im Bundesfreiwilligendienst von einer Steuerpflicht nicht betroffen wären. Das Verteidigungsministerium habe die monatliche Steuerbelastung für Wehrdienstleistende mit bis zu 65 Euro angegeben. Laut der Nachrichtenagentur dpa vom 8. März würde die Steuerpflicht bei Wehrdienstleistenden lediglich zu Einbußen von maximal 459 Euro führen. Gleichzeitig würden sie durch Kindergeldzahlungen in Höhe von 1.104 Euro, "also mehr als den doppelten Betrag", entlasten werden.
- ln-online.de mit dpa: Kritik an Schäubles Wehrdienst-Steuer hält an, Version vom 08.03.2012, 13:41 Uhr, abgerufen am 08.03.2012 unter http://www.ln-online.de/nachrichten/brennpunkte/3387403/kritik-an-schaeubles-wehrdienst-steuer-haelt-an (kein Permalink).
- sueddeutsche.de: Dienstleistende könnten von Schäuble-Plänen profitieren, Version vom 08.03.2012, 06:59 Uhr, abgerufen am 08.03.2012 unter http://www.sueddeutsche.de/politik/besteuerung-der-freiwilligendienste-dienstleistende-koennten-von-schaeuble-plaenen-profitieren-1.1303303
- fr-online.de: Bufdi und Wehrpflicht: Schäuble erntet harsche Kritik für Bufdi-Besteuerung, Version vom 08.03.2012, abgerufen am 08.03.2012 unter http://www.fr-online.de/politik/bufdi-und-wehrpflicht-schaeuble-erntet-harsche-kritik-fuer-bufdi-besteuerung,1472596,11783220.html
- focus.de: Alle schimpfen über Schäuble: Bufdi-Besteuerung löst Sturm der Entrüstung aus, Version vom 07.03.2012, 22:47 Uhr, abgerufen am 08.03.2012 unter http://www.focus.de/politik/deutschland/alle-schimpfen-ueber-schaeuble-bufdi-besteuerung-loest-sturm-der-entruestung-aus_aid_721772.html
- ftd.de: Bundeswehr fürchtet um Bewerber, Version vom 07.03.2012, 22:04 Uhr, abgerufen am 08.03.2012 unter http://www.ftd.de/politik/deutschland/:schaeubles-steuervorstoss-bundeswehr-fuerchtet-um-bewerber/70005028.html
- spiegel.de: Aufstand gegen Schäubles Freiwilligen-Steuer, Version vom 07.03.2012, 17:22 Uhr, abgerufen am 08.03.2012 unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819952,00.html
| Kategorie: | Auftrag und Struktur |
|---|---|
| Stichwörter: | Haushalt, Recht, Wehrdienst |
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