27.01.2012
Große Mehrheit im Bundestag gegen Abzug aus Afghanistan
Mit großer Mehrheit hat der Bundestag am 26. Januar 2012 die Fortsetzung des Isaf-Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan beschlossen. 424 der anwesenden 569 Abgeordneten sind dem Antrag der Bundesregierung gefolgt, das Mandat um ein weiteres Jahr bis Ende Januar 2013 zu verlängern. Insgesamt gab es 107 Gegenstimmen und 38 Enthaltungen.
Redner der Regierungsfraktion haben in der Debatte betont, dass es erstmals zu einer Reduzierung der Truppenstärke der Bundeswehr komme. Die Reduzierung der Obergrenze der einzusetzenden Soldaten von 5.350 auf 4.900 und, abhängig von der Sicherheitslage, innerhalb von zwölf Monaten auf 4.400 sei zu begrüßen. Redner der Linken und der Grünen hingegen bezeichnen den Teilabzug als "homöopathische Dosis" bzw. als "Luftbuchung".
Einem Entschließungsantrag der Linksfraktion, die Beteiligung der Bundeswehr an Planung, Vorbereitung und mittelbar auch an der Durchführung von "gezielten Tötungen" von mutmaßlichen Aufständischen und Terroristen einzustellen, haben 66 Abgeordnete zugestimmt. 485 Abgeordnete lehnten ihn ab. Praxis sei es, dass die Bundeswehr Personen an die Isaf melde, die in einer "Joint Priority Effects List" geführt werden. Diese Personen sollen entweder gefangen genommen oder "durch tödlichen Waffeneinsatz unschädlich gemacht werden." Auch unterstütze die "Bundeswehr vor Ort die Praxis der gezielten Tötungen, indem u.a. Informationen über Zielpersonen weitergegeben werden", die dann Ziele auch von Anschlägen durch US-Drohnen sind.
- bundestag.de: Bundeswehr bleibt weiteres Jahr am Hindukusch, Version vom 26.01.2012, abgerufen am 27.01.2012 unter http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37558984_de_kw04_isaf/index.html
- Bundestag: Plenarprotokoll der 155. Sitzung vom 26. Januar 2012, Debatte, S. 18559-18574, Ergebnis der namentlichen Abstimmung, S. 18575-18578.
- bundestag.de: Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke vom 24.01.2012 zum Antrag der Bundesregierung, Drucksache 17/8465.
- bundestag.de: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO, Antrag der Bundesregierung vom 14.12.2011, Drucksache 17/8166.
| Kategorie: | Einsätze Ausland |
|---|---|
| Stichwörter: | Afghanistan, Auslandseinsatz, Bundestag, Haushalt, Mandat, Nato |
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