25.01.2011

Wehrbeauftragter legt Jahresbericht 2010 vor

Der Wehr­beauftragte des Deutschen Bundes­tages, Hellmut Königshaus, hat seinen Bericht für das Jahr 2010 am 25. Januar 2011 vorgelegt. Insgesamt wurden 4.748 Eingaben erfasst, die in die Zuständig­keit des Wehr­beauftragten fallen. Fast jede zweite Eingabe betrifft das Thema Menschen­führung/Wehrrecht/Soldatische Ordnung.

Bei der Vorstellung seines Berichts hat er nach über­einstimmenden Medien­berichten gesagt, dass es "sehr unappetitliche Dinge" gebe, die ihm vor­getragen werden. So seien ihm im ver­gangenen Jahr drei Fälle gravierender sexueller Über­griffe auf Soldatinnen bekannt geworden. Er soll diese Zahl als erfreulich gering bewertet haben. Im schrift­lichen Bericht heißt es zum Thema Frauen in den Streit­kräften: "Abgesehen von dem Problem der Stellen­besetzungen ist die Situation der Frauen in der Bundes­wehr von Normalität geprägt. Bedauerlich ist, dass es in Kasernen immer noch zu wenig gesonderte Sanitär­räume für Soldatinnen gibt. Darüber hinaus sprechen Soldatinnen immer wieder das Thema Bekleidung an. Viele wünschen sich eine stärker auf Frauen zugeschnittene, funktionalere Uniform."

In dem 70-seitigen Bericht hebt der Wehr­beauftragte hervor, dass es in der Bundes­wehr "im Bereich des Führungs­verhaltens unverändert zum Teil erhebliche Mängel" gibt. Es fehle "bisweilen an Wissen und Gespür dafür, wann die Grenzen zum Dienst­vergehen beziehungs­weise zur Straftat über­schritten werden". Auch würde oft nicht erkannt, dass "Umgangs­formen und Ver­haltens­weisen auch dann Anstoß erregen können, wenn sie nicht bereits straf­recht­lich relevant sind, sondern unter die Rubrik fallen: 'Das tut man einfach nicht'. Hierzu gehören ins­besondere rüde Umgangs­formen und herab­mindernde Äußerungen."

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Kategorie:  Innenansichten
Stichwörter:  Innere Führung, Vorkommnis, Wehrbeauftragter, Übergriff
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