28.04.2011

Zeitsoldaten verweigern zunehmend den Kriegsdienst

Die Anzahl Kriegs­dienst verweigernder Zeit­soldaten hat sich innerhalb der ver­gangenen drei Jahre nahezu verdoppelt. Ende März 2011 teilt das Ver­teidigungs­ministerium auf Fragen eines Bundestags­abgeordneten mit, dass 2008 noch 204 Zeit­soldaten einen Antrag auf Kriegs­dienst­verweigerung (KDV) gestellt haben. Im ver­gangenen Jahr ist die Antrags­zahl auf 370 gestiegen. Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres seien 96 KDV-Anträge von Zeit­soldaten gestellt worden.

Zur durch­schnitt­lichen Be­arbeitungs­dauer von KDV-Verfahren bei Zeit- und Berufs­soldaten befragt, verweist das Ver­teidigungs­ministerium auf einen Erlass des für das KDV-An­erkennungs­verfahren zuständigen Familien­ministeriums. Danach solle sie nicht mehr als vier Wochen betragen. Dies könne "in der Regel gewähr­leistet werden". In den letzten Jahren habe es keine mündliche Anhörung in einem KDV-Verfahren gegeben.

Aus einer früheren Antwort des Ver­teidigungs­ministeriums geht hervor, dass zwischen 2001 und 2006 durch­schnitt­lich lediglich 70 Zeit­soldaten jedes Jahr ihre Kriegs­dienst­verweigerung erklärt haben.

Quelle:
  • Bundestag: Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey vom 30.03.2011 auf Schriftliche Fragen des Bundestagsabgeordneten Paul Schäfer, Drucksache 17/5422 (Auszug).
  • Bundestag: Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey vom 09.05.2007 auf Schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Paul Schäfer, Drucksache 16/5317 (Auszug).
Kategorie:  Innenansichten
Stichwörter:  Berufs-/Zeitsoldaten, Bundestag, Grundgesetz, Kriegsdienstverweigerung, Zahlen
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