04.12.2009 / Update: 24.02.2010

Polizei schützt Propagandaveranstaltung im Berliner Gymnasium

Eine exklusive Schul­veranstaltung der Bundes­wehr sicherten Polizei und Leitung des Paulsen-Gymnasiums in Berlin-Steglitz zu. Zwei Jugend­offiziere waren ein­geladen, um am 25. November 2009 vor 100 Schülern der 12. und 13. Klasse über den Einsatz in Afghanistan und den militä­rischen Berufs­möglich­keiten zu informieren. SchülerInnen riefen zu Protesten auf. Gegenüber der Berliner Zeitung sagte die Schul­leiterin: "Wir führen eine solche Ver­anstaltung einmal pro Jahr durch", damit die Ober­stufen­schüler wissen, dass auch ein Studium bei der Bundes­wehr eine Berufs­perspektive darstellen könne.

Nach Kennt­nissen der Berliner Landes­SchülerInnen­vertretung (LSV) soll es den SchülerInnen auch nicht frei­gestellt gewesen sein, an der Ver­anstaltung teilzunehmen. Bei Nicht­erscheinen seien Ordnungs­maßnahmen angedroht worden. Die LSV wider­spricht damit der Schul­leiterin des Paulsen-Gymnasiums. Aus Anlass des Bundes­wehr­auftritts hat die LSV am 10. Januar 2010 die Forderung "Bundes­wehr raus aus den Schulen!" be­schlossen.

Unter ausdrücklichem Bezug auf den Auftritt der Bundes­wehr am Paulsen-Gymnasium hat die CDU in der Bezirks­verordneten­versammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf im Dezember 2009 einen Antrag eingebracht, in dem die Bundes­wehr um regel­mäßige Werbe­veranstaltungen "über die Bundes­wehr als Berufs­perspektive" und "über deren Rolle in der Außen- und Sicherheits­politik" an den Schulen im Bezirk ersucht wird. Der Antrag ist am 20.01.2010 durch die BVV mit den Stimmen von CDU und Grünen angenommen worden. Begründet hat die CDU ihren Antrag wie folgt: "Seit den Zeiten der Rot-Grünen Bundes­regierung wird die Bundes­wehr erfolgreich und inter­national geachtet in Konflikt­feldern der Welt eingesetzt. Um das Militär für diese Aufgabe zu wappnen, bedarf es ver­antwortungs­vollen, demo­kratisch unter­wiesenen und bürgerlich geprägten Führungs­personals. Dies soll auch aus Steglitz-Zehlendorfer Schulen rekrutiert werden, da unser Bezirk in der Güte der Schul­ausbildung führend in Berlin ist."

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Kategorie:  Militarisierung
Stichwörter:  Jugendoffiziere, Parteien, Protest, Rekrutierung, Schule
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