15.12.2011
Volkswirtschaftlich ist die Rüstungsindustrie nicht zu fassen
In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zur Rüstungsindustrie in Deutschland verweist die Bundesregierung im Dezember 2011 darauf, dass sie keine "umfassenden Informationen" über Firmensitze, Umsätze, Forschungsausgaben, Steuerzahlungen und Beschäftigte dieser Branche habe.
Es gäbe lediglich "statistische Erhebungen für Teilbereiche der Rüstungsindustrie, in vielen Fällen unterliegen die Ergebnisse aber der Geheimhaltung." Daher könne die Bundesregierung auch keine "Quantifizierung" der volkswirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Rüstungsindustrie vornehmen. Im Zeitraum 2002 bis 2011 seien mit Mitteln aus dem Verteidigungshaushalt Aufträge für Forschung/Studien, Entwicklung/Erprobung sowie militärische Beschaffungen in einem Gesamtwert von 32,2 Mrd. Euro an Auftragnehmer mit Sitz in Deutschland vergeben worden.
Nach Angaben der Bundesregierung hat der "Kernbereich der wehrtechnischen Industrie" in Deutschland ca. 80.000 Beschäftigte. Unklar dabei ist, auf welcher Daten- bzw. Informationslage die Bundesregierung diese Zahl nennt. Von der Produktion des Kampfflugzeuges Eurofighter seien allein 20.000 Arbeitsplätze in Deutschland abhängig. Das Projekt des Transportflugzeuges A400M sichere derzeit 7.000, nach Start der Serienproduktion 11.000 Arbeitsplätze. Hier beruft sich die Bundesregierung auf Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.
- Bundestag: Rüstungsindustrie in Deutschland, Antwort der Bundesregierung vom 08.12.2011 auf die Kleine Anfrage von Abgeordneten und der Fraktion Die Linke, Drucksache 17/8097.
| Kategorie: | Rüstung |
|---|---|
| Stichwörter: | Haushalt, Rüstungsprojekte, Zahlen |
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