Warum Bundeswehr-Monitoring?

Wir haben bis zum 12. Dezember 2014 auf dem Portal bundeswehr-monitoring.de 2.438 Meldungen geschrieben und der Öffentlichkeit 1.158 Dokumente zugänglich gemacht. Warum haben wir diesen Weg gewählt?

In mehr als 50 Jahren ihres Bestehens ist es der Bundeswehr gelungen, sich einer öffentlichen Kontrolle weitgehend zu entziehen. Soldaten verpflichten sich bei Dienstantritt, Stillschweigen über Erlebnisse bei der Bundeswehr zu bewahren. Der Bundestag erhält lediglich über den Verteidigungsausschuss und den Wehrbeauftragten des Bundestags Einblicke. Abgesehen von den offiziellen Wehrbeauftragtenberichten sind diese überdies oft vertraulich.

Noch bisher jeder Verteidigungsminister und jeder Generalinspekteur konnten erfolgreich behaupten, Soldaten wären "Staatsbürger in Uniform" oder ein "Spiegelbild der Gesellschaft" und die Bundeswehr verfüge über ein demokratisches Traditionsverständnis. Tatsachen, die dem widersprechen, werden als "Einzelfälle" abgewertet und sind beim nächsten "Einzelfall" längst vergessen. Das Zusammenwirken von Bundeswehr und Rüstungsindustrie ist nicht transparent, und auch Informationen über die Auslandseinsätze der Bundeswehr erreichen die Öffentlichkeit oft bruchstückhaft oder gar nicht.

Erst aus der Zusammenschau einzelner Tatsachen entsteht ein aussagekräftiges Bild. Aus dieser Erkenntnis entstand unser Projekt Bundeswehr-Monitoring, in dem wir von 2010 bis 2014 die verstreuten Informationen gesammelt haben, um sie der Öffentlichkeit zeitnah und dauerhaft zugänglich zu machen. Fakten und Quellen wurden strukturiert zusammengestellt und so geordnet, dass eine thematische Recherche erleichtert wird. Unser Ziel: die kritisch-analytische Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit der Bundeswehr zu fördern. Denn wer verstehen will, was die Auslandseinsätze der Bundeswehr politisch bedeuten, welche gesellschaftlichen Kosten die Bundeswehr verursacht und wie sie versucht, die Akzeptanz des Militärs und der Auslands-Kriegseinsätze zu erhöhen, sollte Fakten und Quellen kennen.

Zehntausende Leser und Leserinnen haben Bundeswehr-Monitoring genutzt, viele davon regelmäßig. Die rund 500 "Abonnenten" sind nur die Spitze des Eisbergs tatsächlicher Nutzer. Diese Kontinuität bricht mit der - wir hoffen: vorübergehenden - Einstellung des Projekts Bundeswehr-Monitoring nun ab. Die Vielzahl der Meldungen und Dokumente fordert unserer Ansicht nach jedoch weiterhin dazu auf, sich mit Fragen wie den genannten auseinanderzusetzen und durch eigene Analyse Antworten finden.

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