Warum Bundeswehr-Monitoring?

In mehr als 50 Jahren ihres Bestehens ist es der Bundeswehr gelungen, sich einer öffentlichen Kontrolle weitgehend zu entziehen. Soldaten verpflichten sich bei Dienstantritt, Stillschweigen über Erlebnisse bei der Bundeswehr zu bewahren. Der Bundestag erhält lediglich über den Verteidigungsausschuss und den Wehrbeauftragten des Bundestags Einblicke. Abgesehen von den offiziellen Wehrbeauftragtenberichten sind diese überdies oft vertraulich.

Noch bisher jeder Verteidigungsminister und jeder Generalinspekteur konnten erfolgreich behaupten, Soldaten wären "Staatsbürger in Uniform" oder ein "Spiegelbild der Gesellschaft" und die Bundeswehr verfüge über ein demokratisches Traditionsverständnis. Tatsachen, die dem widersprechen, werden als "Einzelfälle" abgewertet und sind beim nächsten "Einzelfall" längst wieder vergessen. Das Zusammenwirken von Bundeswehr und Rüstungsindustrie ist nicht transparent, und auch Informationen über die Auslandseinsätze der Bundeswehr erreichen die Öffentlichkeit oft bruchstückhaft oder gar nicht.

Erst aus der Zusammenschau einzelner Tatsachen entsteht ein aussagekräftiges Bild. Deshalb sammeln wir seit 2010 in unserem Projekt Bundeswehr-Monitoring die verstreuten Informationen und machen sie der Öffentlichkeit zeitnah und dauerhaft zugänglich. Dabei stellen wir Fakten und Quellen strukturiert zusammen und ordnen sie so, dass die thematische Recherche erleichtert wird. So können sie von allen Interessierten, von friedensbewegten Gruppen und Einzelpersonen sowie von PolitikerInnen und Medien genutzt werden. Unser Ziel ist, es die kritisch-analytische Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit der Bundeswehr zu fördern.

Mit der Sammlung von Fakten und Quellen verfolgen wir Fragen wie zum Beispiel:

  • Was bedeuten die Auslands-Kriegseinsätze der Bundeswehr politisch?
  • Wie versucht die Bundeswehr, die Akzeptanz des Militärs und der Auslands-Kriegseinsätze zu steigern?
  • Welche gesellschaftlichen Kosten verursacht die Bundeswehr?
  • Wie verändern sich Männer und Frauen, die in der Bundeswehr dienen?
  • Wie wirbt die Bundeswehr um Personal?

Die hier bereitgestellten Informationen helfen den NutzerInnen des Bundeswehr-Monitorings dabei, auf diese und viele andere Fragen durch eigene Analyse Antworten zu finden.

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